Seit der Gründung des Instituts für Juristische Zeitgeschichte wird die zuvor vom Lehrgebiet Strafrecht, Strafprozeßrecht und Juristische Zeitgeschichte der FernUniversität Hagen betreute, von Prof. Vormbaum herausgegebene Schriftenreihe "Juristische Zeitgeschichte", vom Institut betreut. Die Schriftenreihe umfaßt zur Zeit folgende sechs Abteilungen:
Die im Rahmen der Schriftenreihe "Juristische Zeitgeschichte" erscheinenden "Forum"-Bände wenden sich an Juristen, Historiker und Vertreter benachbarter Wissenschaften. Sie dienen als Informationsforum und stehen dabei allen mit dieser Thematik Befaßten zur Verfügung. Neben Schwerpunktthemen finden Tagungsbände und Aufsatzsammlungen ihren Platz in der Reihe.
Die Abteilung vereint Monographien, Quellen und Materialien zur deutschen Strafgesetzgebung des 19. und 20. Jahrhunderts. Im Vordergrund stehen Längsschnitt-Untersuchungen zu einzelnen Rechtsinstituten, Tatbeständen und Tatbestandsgruppen des Strafgesetzbuches, der Strafprozeßordnung, des Gerichtsverfassungsgesetzes und des Jugendgerichtsgesetzes; jedoch werden auch einzelne markante Gesetzgebungsakte sowie die Gesetzgebung bestimmter Zeitabschnitte behandelt. Neben Monographien nimmt die Abteilung Quellen- und Materialsammlung zur Strafgesetzgebung im bezeichneten Zeitraum auf. Geplant ist, aus den hier zusammengetragenen Monographien, Materialien und Texten einen historischen Kommentar zum Strafgesetzbuch und zu weiteren Gesetzen zu entwickeln.
Lebensbeschreibungen von Juristen, vor allem von Strafjuristen hatten lange Zeit Seltenheitswert. Inzwischen ist die Zurückhaltung gegenüber Juristenbiographien aber einer intensiven biographischen Aktivität gewichen. Immerhin haben "die Juristen" in der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts vielfach an gesellschaftlichen Entwicklungen mittelbar oder unmittelbar mitgewirkt, sie getragen oder umgesetzt. Die Verknüpfung biographischer Forschung mit Werkanalysen vor dem Hintergrund zeitgeschichtlicher Entwicklung ist das Anliegen dieser Abteilung.
Die Grenze zwischen juristischer Zeitgeschichte und geltendem Recht ist fließend. Diese Grauzone füllt die Abteilung "Juristisches Zeitgeschehen" aus. Sie dokumentiert und erörtert rechtspolitische Vorgänge und Gerichtsverfahren von grundsätzlicher Bedeutung, die in die Rechtsgeschichte einzugehen versprechen. Daneben nimmt sie zeitgenössische Berichte über Vorgänge und Verfahren aus dem gesamten Zeitraum der juristischen Zeitgeschichte auf.
Rechtsgeschichte ist ein Teil der Kulturgeschichte. Rechtsentwicklungen werden in Kunstwerken reflektiert, mitunter auch vorweggenommen. Umgekehrt vermögen juristisches Handwerk und juristische Reflexion häufig bei der Erschließung literarischer Werke Hilfestellung zu leisten. Die Abteilung "Recht in der Kunst" bietet diese Hilfestellung an. Sie enthält neben sekundärwissenschaftlichen Textsammlungen und Abhandlungen vor allem Textausgaben literarischer Werke, in deren Mittelpunkt Fragen des Rechts stehen. Jedes dieser Werke wird mit je einem Kommentar aus literaturwissenschaftlicher Sicht und aus der Sicht der Jurisprudenz oder einer Nachbarwissenschaft versehen.
Daneben erscheint im Rahmen der Schriftenreihe eine Kleine Reihe.
FernUniversität in Hagen, LST Strafrecht, Strafprozessrecht und jur. Zeitgeschichte, 58084 Hagen, Tel.: +49 2331 987-2908